Japan

28.04.2016 - 10:47

Wir hatten das Glück, dass wir Ostern für zwei

Wochen nach Japan reisen durften. Eine gute

Schulfreundin von mir hat sich vor vielen Jahren

in einen Japaner verliebt und lebt zur Zeit mit

ihm in Kyoto. Sie spricht fließend Japanisch und

verkauft im ganzen Land (sächsische) Heimtextilien.

Aber das ist eine andere Geschichte… Da es

meine erste Reise nach Asien war, war ich natürlich

über unseren persönlichen Ansprechpartner

vor Ort sehr froh. Im Vorfeld der Reise gab uns

die Freundin den Hinweis, dass es eigentlich total

egal sei, welche Städte wir besuchen würden.

Denn schließlich sei Japan überall ganz anders

als in Deutschland. Nichtsdestotrotz mussten wir

die Reise ja ein bisschen vorab planen, und so

entschieden wir uns für die Städte Kyoto, Hiroshima

und Tokio sowie einen kleineren Ort namens

Nikko, der am Fuße der japanischen Alpen

liegt. Da ich keine Erlaubnis bekommen habe,

das komplette Magazin mit meinem Travellog Kupzu

füllen, beschränkt sich dieser Artikel nur auf

einige wenige Highlights unserer Reise. Zum einen

stelle ich ein paar Orte vor, die mir in Japan

besonders gut gefallen haben und zum anderen

gehe ich auf ein paar kulturelle Unterschiede ein.

Reisehighlights

Unsere Reise führte uns u.a. nach Hiroshima, die

Stadt, die durch den Abwurf einer Atombombe

durch die Amerikaner am 6. August 1945 (der

Krieg war zu diesem Zeitpunkt in Deutschland

schon vorbei) eine traurige Berühmtheit erlangte.

Mit dieser - und einer zweiten Atombombe

auf Nagasaki - wollten die Amerikaner die Japaner

zur Kapitulation zwingen. Aus unserer Sicht

sollte man mindestens einen Tag für Hiroshima

einplanen und den Friedenspark einschließlich

des Friedensmuseums auf jeden Fall besuchen,

auch wenn der Aufenthalt unter die Haut geht

und vermutlich vergleichbar mit dem 9/11 Memorial

und Museum in New York und Yad Vashem

in Jerusalem ist.

Der Friedenspark wurde in den 1950er Jahren

zwischen den beiden Flüssen Motoyasu und

Honkawa gebaut und befindet sich in unmittel- barer Nähe der Atombombenkuppel (=A-Bomb

Dome), über dem um circa 8:15 Uhr morgens

die Atombombe mit dem euphemistischen Namen

Little Boy abgeworfen wurde. Der Befehl

für den Abwurf wurde vermutlich von einer Villa

in Babelsberg gegeben, in der der amerikanische

Präsident Truman wegen der Potsdamer Konferenz

wohnte. Gefüllt war die Bombe mit 50

Kilogramm Uran, von denen aber nur fünf Kilogramm

in etwa 600 Meter Höhe detonierten.

Weniger als eine Minute später zerstörte eine

Druckwelle etwa 80 Prozent der Innenstadt. Ein

Feuerball mit einer enormen Hitzewirkung folgte,

so dass noch in über 10 Kilometern Entfernung

Bäume und Häuser in Flammen aufgingen.

Aufgewirbelte und verstrahlte Trümmer stiegen

durch die Druckunterschiede in den Himmel

auf und es entstand ein von Bildern bekannter

Atompilz, der 13 Kilometer in die Höhe reichte.

Es folgte der sogenannte Black Rain, der auf

Hiroshima niederging und die Stadt verseuchte.

Der A-Bomb Dome ist das einzige Gebäude,

welches die Detonation einigermaßen überstanden