Kurioses aus Vietnam

04.11.2013 - 17:41

Saigon wird Ho-Chi-Minh-Stadt

Ho-Chi-Minh-Stadt ist heute die größte Stadt Vietnams mit ca. sieben Millionen Einwohnern. Weil es eher ländlich zugeht dort, gibt es keinen richtigen Stadtkern, sondern erinnert eher an eine kleinere Provinz. Bis 1976 hieß sie Saigon wurde dann aber in Ho- Chi-Minh-Stadt umbenannt. Ho Chi Minh hatte am Ende des zweiten Weltkrieges V i e t n a m zur demokratischen R e p u b l i k ausgerufen und auch jahrelang dem Land als Staatsund Ministerpräsident vorgestanden. Und damit es schön kompliziert wird, gibt es gleich mehrere Abkürzungen für so einen langen Stadtnamen: TP, HCM. HCMC oder HCM City. Aber das ist alles noch besser als den vietnamesischen Namen zu schreiben: Thanh Pho Ho Chi Minh.

Die Tunnel von Cù Chi

Diese liegen in der Nähe von der Ho-Chi-Minh-Stadt und umfassen ein Gebiet von über 200 Km auf drei Ebenen. Ab 1947 haben nordvietnamesische Partisanen das ganze Gebiet in einen Schweizer Käse verwandelt, wo sie sich dann auch von 1965-1975 versteckt hielten. Unter der Erde sind so Städte mit Schulen, Büros, Schlafsälen und Krankenhäusern entstanden. Hinein kam man in die unterirdische Stadt durch Klapptüren die mit Laub und Gras bewachsen waren. Man mußte allerdings wissen wie es ging, sonst wurde man von primitiven aber sehr wirkungsvollen Fallen erledigt.

Agent Orange bezeichnet ein dioxinhaltiges Pflanzengift. Dieses setzten die Amerikaner im Vietnamkrieg ein. Sie versprühten 40 Millionen Liter in die Natur um die Wälder Vietnams komplett zu entwalden. Dies taten sie weil sie es einfach nicht schafften die kommunistischen Partisanen nachhaltig zu schwächen und zu besiegen. Das lag zum größten Teil daran, dass sie immer nur aus dem Hinterhalt angriffen und nicht zu fassen waren. Sie hatten sich buchstäblich in der Erde eingegraben. Die Amerikaner dachten, dass sie mit Hilfe des Agent Orange die Natur so weit entlauben konnten, dass ein übersichtlicherer Krieg machbarer würde. Dies funktionierte aber überhaupt nicht. Bis heute ist die Natur in Vietnam nachhaltig geschädigt. Die Hälfte aller Mangrovensümpfe ist zerstört und diese können sich auch nicht selber regenerieren. Die entwaldeten Gebirgsregionen lassen sich ebenfalls nicht gut aufforsten, weil dort nur zähe Pflanzen wachsen, die aber so trocken sind, dass sie oft durch Waldbrände vernichtet werden. Als weiter Folge davon wird der Boden immer mehr ausgeschwemmt, weil keine schützenden Pflanzen ihn stabilisieren. Auch die Menschen haben darunter gelitten, Viele erlitten Fehlgeburten oder leiden noch heute an Hautverätzungen oder Krebs. Zu dem Gift von oben finden sich auch heute noch überall viele Landminen und Blindgänger.