Papenburg - Die alte Moorkolonie

26.05.2014 - 09:54

Im nördlichen Emsland liegt die Stadt Papenburg. Sie ist die nördlichste Stadt des Landkreises Emsland und grenzt direkt an den ostfriesischen Landkreis Leer an. Von Papenburg sind es nur rund 15 Kilometer bis zur niederländischen Grenze. Mit seinem Hafen ist Papenburg gleichzeitig auch die südlichste Seehafenstadt Deutschlands.

Papenburg ist sowohl für Touristen als auch Einheimische eine reizvolle Gegend, die durch ihre Vergangenheit einen ganz eigenen Charme versprüht und sich gleichzeitig zum Wohnen und für den Urlaub, ob ruhig oder aktivauszeichnet. Ob zu Fuß, mit dem Rad, auf dem Pferderücken oder auch von der Wasserseite her gibt es immer etwas zu entdecken und zu erleben.

Mitte des 17. Jahrhunderts als erste deutsche Moorkolonie gegründet, ist Papenburg heute eine Stadt mit vielseitiger Industrie und Erholungsort. Wichtigster Arbeitgeber der Stadt ist die Meyerwerft, bekannt für den Bau von Kreuzfahrt- und Fährschiffen. Die Überführungen der Kreuzfahrtgiganten ziehen regelmäßig tausende von Schaulustigen nach Papenburg. Beachtenswert an Papenburg sind auch das barocke Rathaus und die Pfarrkirche St. Amandus im Stadtteil Aschendorf, ein dreischiffiger Ziegelbau mit Westturm. Die Kirche besitzt eine ungewöhnlich reiche Ausstattung, darunter ein kelchförmiges Taufbecken, Relieftafeln des Marienlebens, das Relief eines großen Passionsaltars und eine Figur der Anna-Selbdritt. Das Heimmuseum ist den Themen Moorkultivierung und Schifffahrt gewidmet, ferner gibt es ein Freilichtmuseum der Binnenschifffahrt.

Papenburg gliedert sich auf in sieben Stadtteile, die seit der Gemeindereform im Jahr 1973 aus der damaligen Stadt Aschendorf und den ehemaligen Gemeinden Herbrum, Nenndorf, Tunxdorf und Bokel bestehen. Diese wiederum sind unterteilt in Oberende und Unterende.

Das Zentrum der Stadt ist das Unterende, wo man all das findet, was eine Stadt ausmacht: wichtige öffentliche Einrichtungen, Einkaufsmöglichkeiten oder kulturelle Angebote. Das Oberende ist der historische Teil der alten Fehn-Kolonie und daher als Wohngebiet sehr beliebt.

Papenburg zählt zum einen als älteste Fehn-Kolonie Deutschlands und gleichzeitig auch als längste. Die Kanäle prägen noch heute das Stadtbild und waren früher die “Hauptverkehrsadern”. Insgesamt beträgt das Kanalnetz Papenburgs über 14 Kilometer. Die Kanäle wurden ursprünglich mal angelegt, um das Moor entwässern zu können, um so Torf abbauen zu können. Torf wurde als Brennstoff verwendet und durch die Kanäle war es möglich, diesen zu verkaufen.

Als man bemerkte, dass die Kanäle effiziente Transportwege darstellen, boomten die Holzschiffswerften, die fortan an den Wasserstraßen entstanden und Lastkähne jeder Art bauten, die zunächst von Menschen, später von Pferden “getreidelt” (gezogen) wurden. Noch heute zeugen Nachbauten, die in einigen Kanälen vor Anker liegen, von dieser Zeit. Mit zunehmenden Kraftverkehr mussten Möglichkeiten gefunden werden, die Kanäle zu überqueren, so dass unzählige Brücken gebaut wurden. Die Kanäle sind heute daher nicht mehr durchgängig zu durchfahren und generell auch nur mit kleinen Booten zu beschiffen. (mh)