SÜDTIROL

22.02.2016 - 08:12

Süd Tirol und Dolomiti-Eis

Wer kennt es nicht – das Eis mit dem Namen

Dolomiti? Entweder kennt man es noch aus

den 70er und 80er Jahren. Zwischen 1973 und

1987 wurde das Eis nämlich schon einmal verkauft;

für 50 Pfennig und - wegen der künstlichen

Farbstoffe- sehr knallig in den Farben.

Oder man hat Dolomiti erst in der jüngsten

Vergangenheit entdeckt, als es 2014 – deutlich

blasser und weniger zackig- wieder auf

den deutschen Markt kam. Auf jeden Fall ist

das dreifarbige Eis mit Waldmeister-, Zitronenund

Himbeergeschmack das Lieblingseis des

Herausgebers dieses Magazins und steht für

das Travellog-Thema dieser Ausgabe: Südtirol. Denn dort, in der nördlichsten Provinz Italiens,

befinden sich die Dolomiten, die dem Eis den

Namen gaben. Die Dolomiten (auf Italienisch

Dolomiti) sind ein Teil der Alpen. Seit 2009

sind sie wegen ihrer einzigartigen Schönheit

zum UNESCO Welterbe erklärt worden. Der

Schweizer Architekt Le Corbusier bezeichnete

die Dolomiten einst als das „schönste Bauwerk

der Welt“. Dies mag auf den ersten Blick

seltsam erscheinen, aber wenn man sich überlegt,

dass die Dolomiten aus versteinerten Algen-

und Korallenriffen „gebaut“ sind, macht

es doch Sinn. Die Berge sind 250 Millionen

Jahre lang im warmen Tethysmeer gewachsen.

Als der Meeresspiegel sank stiegen die Berge weiß und majestätisch aus dem Wasser

auf. Sie unterscheiden sich von den umliegenden

Bergen durch ihre Bleichheit und werden

daher auch als „bleiche Berge“ bezeichnet.

Besonders berühmt sind z.B. die Drei Zinnen.

Diese drei Felstürme sind insbesondere bei

Bergsteigern sehr beliebt. Die beiden letzten

Fakten erklären vermutlich, warum das Dolomiti-

Eis oben drei zitronige Zacken hat.

Was man spricht…

In Südtirol werden drei Sprachen gesprochen.

Circa 70% der Bevölkerung spricht Deutsch,

circa 26% Italienisch und etwa vier Prozent

Ladinisch. Ladinisch? Das ist eine rätoroma- nische Sprache, die in insgesamt fünf Tälern

gesprochen wird, u.a. dem Gadertal. Dabei

gibt es keine für alle Täler gemeinsame ladinische

Hochsprache. In St. Martin in Thurn im

Gadertal gibt es das Kulturinstitut Micurà de

Rü, welches sich auch für den Erhalt der ladinischen

Sprache einsetzt. Man arbeitet zum

Beispiel an einem Deutsch-Gadertalierischen

Wörterbuch. Das Problem ist, dass für viele

moderne Errungenschaften wie z.B. Staubsauer

oder Wolkenkratzer ein ladinisches

Wort erfunden werden muss. Für andere Dinge

gibt es dafür im ladinischen gleich diverse

Wörter, z.B. für die verschiedenen Arten des

Kirchgeläuts oder das Mähen der Alpwiesen.

Die verschiedenen Sprachen in Südtirol sind

auch der Grund, wieso das Schulsystem dort

nach Sprachen getrennt ist: Es wird entweder

Deutsch oder Italienisch als erste Fremdsprache

unterrichtet, und in den ladinischen Tälern

wird der Unterricht in allen drei Sprachen erteilt.

Worauf man stolz ist…

Die Bewohner Südtirols sind sicherlich stolz

auf die Tatsache, dass bei ihnen im Jahre 1908

die erste Seilbahn der Welt errichtet wurde.

Sie brachte Passagiere von Bozen nach Kohlern.

Zudem gibt es in Südtirol mit 1.200 Kilometern

Piste die größte Skischaukel der Welt.

In Bozen können Besucher zudem den Ötzi

bewundern; er ist mit über 5.000 Jahren die

älteste Gletschermumie, die bislang je gefunden wurde. Außerdem gibt es in Südtirol die

höchsten (Schau)bergwerke und die größte

Hochalm Europas, die Seiseralm. Zudem kann

man in Südtirol im wärmsten Badesee der Alpen,

dem Kalterer See, schwimmen. Schließlich

war die Universität in Bozen die erste Uni,

in der die Vorlesungen in drei Sprachen gehalten

wurden. Die Veranstaltungen wurden

erstmals auf Deutsch, Italienisch und Englisch

angeboten.

Was man isst…

An einigen Südtiroler Spezialitäten kommt

man bei einem Besuch vermutlich nicht vorbei.

So gibt es beispielsweise das typische

Südtiroler Bauernbrot mit den Namen Vinschger.

Neben Roggenmehl, Weizenmehl,

Wasser, Salz und Hefe benötigt man zum

Backen dieses Brotes in der Regel auch noch

Fenchel, Kümmel und Brotklee. Oder es gibt

das sogenannte Schüttelbrot. Dies ist im Gegensatz

zum Vinschger ein hartes, knuspriges

Fladenbrot und zeichnet sich durch eine lange

Haltbarkeit aus. Schüttelbrot war daher für die

Versorgung auf den Almhütten sehr praktisch,

da der nächste Supermarkt bzw. eine Bäckerei

natürlich nicht in Reichweite war. Zudem gibt

es auch den einzigartigen Südtiroler Speck,

der einerseits nicht so stark geräuchert wird

wie die Schinken, die weiter aus dem Norden

kommen, und andererseits kräftiger im

Geschmack sind als die Schinken aus dem

Süden. Natürlich ist Südtirol auch für Käse und Wein berühmt. Am besten bestellt man

sich mal eine typische Brotzeit, die in Südtirol

auch Marende genannt wird. Hier kann man

das Brot, den Käse, den Schinken und andere

Leckereien kosten.

Wen man kennt…

Es gibt einige sehr berühmte Menschen, die

aus Südtirol stammen. Neben Ötzi, der oben

bereits erwähnt wurde, gibt es zum Beispiel

Reinhold Messner, die Kastelruther Spatzen,

Matteo Thun und Markus Lanz.

Der inzwischen 70-jährige Reinhold Messner

ist bekannt, weil er als erster Mensch den

Mount Everest ohne die Zuhilfenahme von

künstlichem Sauerstoff bestiegen hat. Außerdem

war er der erste Bergsteiger, der alle

14 Achttausender beklommen hat und auch

sonst ziemlich viel unterwegs war. So durchquerte

er zu Fuß Grönland, Tibet, die Antarktis

und die Wüsten Gobi und Takla Makan.

Die Kastelruther Spatzen wurden schon in den

1980er Jahren gegründet und sind für ihre

Volksmusik berühmt. Sie haben diverse Musikpreise

gewonnen und mehrere Nummer-1

Hits eingespielt. Zur Zeit touren sie grade

durch Deutschland.

Matteo Thun ist ein Stardesigner aus Bozen,

der weltweit tätig ist. Nichtsdestotrotz gibt

es einige Großprojekte in Südtirol, die seine

Handschrift tragen. Da ist zum einen das Vigilius

Mountain Resort bei Lana zu nennen. Es

liegt auf etwa 1.500 m Höhe, hat die Form eines liegenden Baumes und kann nur mit der