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2013 01

9SUPPORT YOUR LOCAL DEALER | SOLsnap.com Wer einen Cappuccino bei Starbucks getrunken hat, ein Smartphone von Apple sein Eigen nennen kann oder Internetdienste wie Google und Fa- cebook nutzt, der ist Kunde von Un- ternehmen, die zu den reichsten der Welt gehören und die auf Milliarden Gewinne nahezu keine Steuern in Deutschland zahlen. Viele große Kon- zerne haben Wege gefunden, ihre Gewinne am Fiskus vorbei zu lenken. Wege die für Normalverdiener, wie Inhaberin Britta Daniel-Tonn vom AC Outdoor Laden in Hameln, verschlos- sen bleiben. In einem Gespräch mit unserer Redaktion erklärte sie den Sachverhalt und gewann unser Inte- resse an ihrer Sache, etwas gegen die Nebenwirkungen dieser Vorgänge innerhalb der Region unternehmen zu wollen. Die Initiative „Support your local Dea- ler“ (zu Deutsch: „Unterstütze Deinen lokalen Anbieter“) soll das Gefüge im Kaufverhalten an einigen wichtigen Stellen wieder zurück in ein gesundes Mittelmaßlenken.Esgehtwenigerda- rum mahnend daran zu appellieren, sich von großen Ketten abzuwenden oderdasInternetzuboykottieren.Viel- mehr soll beim Kunden ein Sinn für den Erhalt einer ansprechenden Region in seinen Überlegungen, hinsichtlich einer An- schaffung aus dem Internet zu täti- gen, erzeugt werden. Die ansässigen örtlichen Anbieter verfügen meist über ungeahnte Möglichkeiten und einen Beratungsschatz, der sich im World Wide Web nicht bieten lässt. Wohin die Massive Nutzung vorbei an den lokalen Anbieter führt, wird bereits vielerorts in Hameln sichtbar. Dabei sind es mittlerweile die Anbieter selbst sowie auch die HMT (Hameln Marketing und Tourismus) die durch Aktionen und spezielle Veranstaltun- gen versuchen, dem Leerstand ent- gegenzuwirken. Die großen Marken jedoch, blenden mit globaler Verant- wortung. Der Werbespot von eBay sprichwörtlich: „Wir glaubten, dass Menschen gut sind. Ihr habt es bewie- sen.“ Starbucks sagt: „Wir arbeiten eng mit Regierungen zusammen, etwa bei sozialen Arbeitsbedingungen. Wir bewegen uns innerhalb der Gesetzte und versuchen positives zu bewegen.“ Werbewelt und Realität. Starbucks er- wirtschaftete über 110 Millionen Euro Umsatz allein im vergangenen Jahr. In der Buchführung schafft es Starbucks seit 2005, trotz hunderter Millionen Euro Umsatz, so gut wie keinen Ge- winn in Deutschland zu versteuern, bedeutet also auf den Punkt gebracht: Das Unternehmen profitiert vom Standort Deutschland, Beteiligung Fehlanzeige. In einem kleinen Café wird jeder Euro Gewinn mit knapp 30% versteuert, wodurch das Gesamt- system, die Infrastruktur, Straßen etc. mitunter finanziert wird. Wie kann das gehen? In Deutschland anfallende Umsätze werden etwa bei der Muttergesellschaft in Irland mit niedrigerem Steuersatz verbucht. Zu einer Tochtergesellschaft in den Nie- derlanden fließen Milliarden Euro als Lizenzgebühren. Und der größte Teil dieser Lizenzgebühren, wandert wei- ter zu einer weiteren Gesellschaft, die ihren Verwaltungssitz etwa auf den Bermuda-Inseln hat. Dort fallen am Ende einer globalen Kette gar keine Steuern mehr an. Diese Steuergestal- tungen sind nach dem Steuerrecht legal. Ob es legitim ist, da die Unter- nehmen die deutsche Infrastruktur nutzen, steht auf einem anderen Blatt. Und wir? Konsumieren fleißig weiter. Das führt dazu, dass auch internatio- nal die digitalen Supermächte immer stärker werden, weil immer mehr Kapi- tal generieren. Kindergärten, Schulen, Straßen - das alles wird aus Steuern bezahlt. Unterstützt den lokalen An- bieter. (br) „Geiz ist Geil“ Mentalität auch in Hameln? Britta Daniel-Tonn vom AC Outdoor im Gespräch mit Ben Rauschning. KANAL SOLsnap Hameln live APP HM.live laden und Infos entdecken. Weitere Infos auf www.hamelnlive.de KANAL SOLsnap Hameln live

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