Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

2013 02

10 SOLsnap.com | HAMELN IM MITTELALTER Kurioses aus Hameln im Mittelalter Lachs und nochmal Lachs Ja, es gab mal eine Zeit in Hameln, da hatten die Men- schen nur eine Einstellung zu einem saftigen Stück Lachs: sie hatten ihn satt. Wurde er doch fast täglich als „arme Leute Essen“ ihnen vor die Nase gesetzt. Und so pas- sierte es, dass das Gesinde mit ihren Herren aushandelte, nur noch zwei- bis dreimal die Woche Lachs es- sen zu müssen. Nun ist der Lachs nahezu aus der Weser verschwunden und wenn man sich die verschwurbelte Lachstreppe an der Pfortmühle ansieht, mag man ja auch gar nicht glauben, dass die Fische so schlau sind ihren Weg über das Wehr zu finden... Katerhajen und die Weserschiffe Wer schon einmal in Hajen war, dem sind vielleicht die weißen Männer an der Weser aufgefallen. Sie erinnern an die Sage der Weserschiffer, die ihren Lebensunterhalt damit verbrachten die Schiffe die Weser entlang zu zie- hen. Ein „normaler“ Job im Mittelalter. Eines Abends kehrten sie müde und zerschunden in Hajen ein und waren nicht zufrieden mit dem vertrockneten Brot und dem ranzigen Speck der ih- nen vom Wirt vorgesetzt wurde. Und als der Wirt raus war um nach den Kü- hen zu sehen, verspeisten sie den le- ckeren Hasenbraten der im Ofen war. Darüber war der Wirt so erbost, dass er ihnen am nächsten Tag das gleiche alte Essen vorsetzte, wieder hinaus ging, diesmal aber seine alte Katze - getarnt als leckeren Braten - in den Ofen geschoben hatte und genüsslich darauf wartete, dass die Treidler alles verspeisten. Danach präsentierte er ihnen als Be- weis das Fell des alten Katers. Wenn von nun an die Weserschiffer an Hajen vorbei kamen, miauten sie in Richtung der Dorfbewohner was das Zeug hielt, das dem Dorf den Namen „Katernhajen“ einbrachte. Das Hochzeitshaus oder die hohe Zeit Die meisten Menschen denken be- stimmt, dass Hochzeitshaus hieße so, weil es für Hochzeiten genutzt wurde. Das ist aber nicht ganz richtig, zumin- dest im Mittelalter bedeutet „Hochzeit“ eher soviel wie „die hohe Zeit“ und bezeichnete damit die „festliche hohe Zeit“. Gemeint waren damit die vier hohen christli- chen Jahresfest Ostern, Pfingsten, Allerheiligen und Weihnachten. Später wurde der Begriff dann auch für weltliche Feste verwendet und erhielt erst im Laufe der Zeit die Bedeutung die wir heute noch unter „Hochzeit“ kennen. Der Henkerberg Heute ist der ganze Bas- berg zwar mit Häusern bebaut, früher wurden dort aber vor- nehmlich Leute gehängt. Denn dort war der Ort der Galgen. Und weil das im Mittelalter ja immer ein actionreiches Spektakel war, wur- den teilweise die Gehängten noch tagelang den Krähen zum Fraß aus- gesetzt. An welcher Stelle dies passierte und wer nun tatsächlich auf der Stelle des Galgens ein Haus hat, lassen wir lieber im Dunkel der Geschichte verschwim- men. (ac)

Pages