auf seiner Reise auch einen ganz neuen Heimatbegriff In der Fremde des Ca minos ist Heimat für mich überall dort wo ich bin und wo das Wenige das ich bei mir trage um mich ist Wenn man bei sich ist braucht man ganz wenig um sich zu Hause zu fühlen Auf dem Jakobsweg lernt man außerdem auf seinen Kör per zu hören Denn Hunger Durst und Schmerzen gehören genauso zum Ja kobsweg wie spirituelle Erfahrungen und tiefe Naturerlebnisse Der Lichtfunke springt über Und dann kommt der Moment wo der Lichtfunke überspringt ICH BIN Das ist das was die Mystiker das kleinste Kleine nennen Und es ist einer der höchsten Namen Gottes Das Licht des ICH BIN wird immer großer und der Rucksack wird wieder leichter Dieser Teil des mys tischen Todes ist entscheidend Dieses Sterben ist die Voraussetzung damit man dann als Veränderter auf die Beine kommt Was ist das dass da stirbt Das kleine Ich Es stirbt auch das gebunden sein an Konventionen Die Fremdbestimmtheit löst sich auf die Be deutung von Besitz von Macht In Leon begreift der Pilger dann Ich bin eins mit der gesamten Schöpfung Auf einmal begreift man worum es im Leben geht Im Leben geht es allein darum dass ich einen Schatten werfe Was geht aus mir hervor Es geht um mein Wirkungs feld Ich bin größer als ich Der Sinn des Lebens ist das Werden Die Evolu tion des Menschen ist eine Suche nach dem Ursprung Doch der Pilger ist sei nen Weg noch nicht zu Ende gegangen selbst wenn er schließlich in Santiago ankommt und die berühmte Kathedrale betritt Der Weg bisher war Läuterung Tod und Wandlung Der Pilger ist aber noch ganz bei sich denn das Begreifen ist noch nicht alles Die Pilger brauchen drei bis zehn Jahre bis sie das Erlebte verarbeitet haben sagt Dr Vogler In Japan wird der Moment der Einsicht vom Zen Buddhismus Satori genannt Bei uns wird es nicht ganz passend mit Erleuch tung bezeichnet Aber es reicht nicht ein Erlebnis zu haben Ich bin immer noch bei mir Ich schaue immer noch auf meinen Bauchnabel Nach einer Erleuchtung sei der Pilger auch noch lange nicht fehlerfrei Um das ginge es auch gar nicht Aber er wirkt in die an deren Solche Menschen vergrößern den Raum des Lebens und die brauchen wir wie das Brot Weiter zur Tour Viele tolle Orte folgen Santillana del Mar mit der Milch Ziegenkäsekuchen kultur San Vicente mit der wunderbaren Küstenoptik ein kleines Städtchen am Meer Llanes direkt an der Bucht La Isla mit den wunderbaren Stränden die auch von einheimischen viel genutzt werden Viele kleine Städte Bergdörfer Wälder begleiten uns bis wir schließlich den Weg antreten in das Landesinnere die letzten 200 Kilometer in Galicien durch wun derbar duftende Eukalyptuswälder Nun noch ca 180 Kilometer und dann heißt es Fahrräder abgeben und den Rest des Weges geht es mit dem Rucksack und Verpflegung zu Fuß 20 Kilometer folgen nun direkt bis zur Kathedrale von Santia go Die Stimmung ist klar etwas aufge regt ist man nun bald anzukommen den anderen Pilgern geht es nicht anders Und endlich ist es es soweit Gefeiert von tausenden Pilgern erreicht man den ge wünschten Pilgerort Santiago Überall ist das Glück zu spüren angekommen nach einem langen Weg Ab in das Pilgerbüro und stolz seine Urkunde empfangen nach dem Stempelcheck Und am Abend dann in die Pilgermesse wo alle Pilger namentlich benannt und gefeiert werden Gefeiert wird auch in der Stadt jeden Tag aufs Neue Zahlreiche Liveacts Fes te Partys sind überall zu hören alles für die Pilger Man ist angekommen und das geht tausenden anderen Pilgern auch so In Santiago und bei sich selbst eine in nere Stille macht sich breit und das Glück ist schon lange spürbar Der Jakobsweg ruft Autor Michael Rohrdrommel www coach of life de Hameln 9 MAGAZIN ALS EPAPER LESEN SOLSNAP MAGAZIN DE SOLsnap com TRAVELLOG

Vorschau SOLsnap-Magazin Oktober 2017 Seite 9
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